
Das neue Zentralinstitut für Katalyseforschung der TU München. Foto: Klein&Sänger, Architekten
Kaum eine Reaktion der industriellen Chemie wäre heute ohne Katalysatoren wirtschaftlich durchführbar. Sowohl für Rohstoff- als auch für Energieeffizienz sind sie unentbehrlich. In der Biotechnologie spielen Enzym-Katalysatoren die zentrale Rolle. Kein Wunder also, dass sich die Katalyse bei knapper werdenden Rohstoffen und steigenden Energiepreisen zu einer interdisziplinären Zukunftstechnologie entwickelt.
Die klassischen Bereiche der katalytischen Chemie, das Erforschen neuer Reaktions- und Synthesewege sowie die Aufklärung von Reaktionsmechanismen, sind an der TU München traditionell sehr stark. Neue Forschungsansätze verlangen zusätzlich nach Expertise aus weiteren Fachbereichen. Insbesondere die Einbindung der Ingenieurwissenschaften erweitert die Möglichkeiten bei Themen wie Laborautomation oder Mikrosystemtechnik. Viele großtechnische Prozesse sind im Detail noch wenig verstanden. Simulationsrechnungen ermöglichen hier neue Optimierungsstrategien.
„Wie keine andere deutsche Universität verfügt die TU München über eine breite Expertise, die sich als Grundlage für ein neues Zentralinstitut anbietet“, sagt Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch. Das Institut führt nicht nur die Katalyseforschung in den Fakultäten Chemie und Physik zusammen, sondern auch weitere bereits erfolgreich laufende Aktivitäten, wie das Bayerische Elite-Netzwerk NanoCat, das EU-Netzwerk Idecat und Arbeiten aus der International Graduate School of Science and Engineering (IGSSE) der TU München. Heubisch: „Die Bündelung wissenschaftlicher Ressourcen im neuen Zentralinstitut für Katalyseforschung wird der Innovationskraft Bayerns weitere Impulse verleihen.“
Mit dem Konzept für das neue Zentralinstitut für Katalyseforschung konnte die TU München nicht nur die Bayerische Staatsregierung überzeugen. Auch der Wissenschaftsrat bewertete das Projekt als Forschungszentrum von überregionaler Bedeutung. Daher beteiligt sich neben dem Land Bayern auch der Bund mit 50 Prozent an den Baukosten in Höhe von 57 Millionen Euro.
Gründungsdirektor des Instituts ist Professor Notker Rösch, der mit seinen Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Theoretischen Chemie auch in der Katalyse einen internationalen Namen hat. Ein wissenschaftlicher Beirat (Scientific Council), dem unter anderen der Nobelpreisträger Gerhard Ertl angehört, begleitet das Institut und soll 2011 erstmals eine umfassende Evaluierung vornehmen.
Zeitgleich mit dem Katalyseforschungsinstitut formiert die TUM das „Forschungszentrum für Weiße Biotechnologie“. Hier erforschen die Wissenschaftler energie- und ressourceneffiziente chemische Stoffumwandlungen mit Mikroorganismen und entwickeln technische Anwendungen. „Wir brechen in die “Grüne Chemie” auf, die mit Hilfe selektiv wirkender Katalysatoren den zeitgemäßen Paradigmenwechsel in der chemischen Industrie als einer unserer wichtigsten Säulen der Volkswirtschaft kennzeichnet,“ fasste TU-Präsident Professor Wolfgang A. Herrmann das Gesamtkonzept der TU München zusammen. „Weniger Energie, weniger Rohstoffe, mehr Effizienz – das ist unsere Mission!“
Quelle: TUM








